Im Zusammenhang mit den Schüssen auf einen Polizisten in Göttingen hat die Polizei inzwischen gegen 64 Angehörige der an den Auseinandersetzungen beteiligten Großfamilien Meldeauflagen oder Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Die Aufenthaltsverbote gelten teilweise für einzelne Bereiche der Stadt, mitunter aber auch für das gesamte Stadtgebiet. Insgesamt seien 24 Meldeauflagen und 40 Aufenthaltsverbote erteilt worden, erklärten die Beamten. Die Maßnahmen sind je nach Betroffenem auf ein bis drei Monate angelegt. Am Rand der Göttinger Innenstadt war es am Samstag, dem 13. Juni, zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6a2fdfdd0611b9299a155e69/goettingen-schuss-auf-polizisten-tatverdaechtiger-ist-16-jahre-alt.html) zwischen zwei rivalisierenden Großfamilien gekommen. Dabei soll ein 16-Jähriger mit einer Pistole geschossen und so einen 26 Jahre alten Polizisten lebensbedrohlich verletzt haben. WELT erfuhr, dass der Schütze Deutsch-Serbe ist und dass die Familien polizeibekannt sind. Die Eskalation hatte sich zuvor abgezeichnet. Bereits Tage vor den Schüssen waren in der Innenstadt rund 20 Personen aus den beiden Familien aneinandergeraten. Ein Mann sei dabei verletzt worden. Auf einem Video des Vorfalls ist zu sehen, wie Menschen hinter einer Mauer Schutz suchen. Ein Polizist duckt sich hinter einem Streifenwagen, jemand schreit laut: „Alle auf den Boden. Auf den Boden.“ Schüsse sind zu hören. Polizist einige Tage nach der Tat nicht mehr in Lebensgefahr Der verletzte Polizist befand sich mehrere Tage nach der Tat nicht mehr in Lebensgefahr. Die Ermittlungen gegen 49 Tatverdächtige laufen weiter. Aktuell werden noch immer Daten von etwa 70 sichergestellten Handys ausgewertet. Laut Polizei soll der Schritt dabei helfen, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken sowie ein weiteres Aufeinandertreffen der Großfamilien durch Polizeipräsenz und Kontrollen zu verhindern.